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Ein Blog zu Forschungsthemen im Bereich der Begabungs- und Begabtenförderung (BBF).


 

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TIBI bloggt über Kongresse: Tracy Ford Inman. Survival Guide für das differenzierte Klassenzimmer

Tracy Ford Inman, stellvertretende Direktorin des Center for Gifted Studies an der WKU in Bowling Green, Kentucky, spricht in ihrem Key Note Vortrag über ihr Spezialgebiet, das differenzierte Klassenzimmer. Anhand eines Survival Guides erklärt sie, was Differenzierung bedeutet und mit welchen Überlebenstricks ein differenziertes Klassenzimmer gelingen kann.

Ein Begriff, der so häufig verwendet wird und der viele Definitionen hat, braucht eine genau Abgrenzung. In diesem Fall stellt Ford Inman fest, dass Differenzierung Folgendes NICHT bedeutet:

  • nicht individuelle Stundenplanungen
  • nicht ein Set von Strategien
  • nicht eine Liste von Auswahlmöglichkeiten
  • nicht zusätzliche Aufgaben

Differenzierung ist vielmehr eine Philosophie. Sie ist demographisch notwendig, pädagogisch fundiert und empirisch getestet (Tomlinson & Imbeau, 2010, p.10).

"Differentiation is different with a purpose."

Survival Tipp I: Was bedeutet Differenzierung?

Im differenzierten Klassenzimmer stimmt die Lehrperson Inhalt, Prozesse und Beurteilung auf die Bedürfnisse, Interessen und das Können des Kindes ab. Um effiziente Differenzierung zu ermöglichen, stellen sich folgende Fragen (Inman & Roberts, 2015, p. 11):

  1. Was möchte ich, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, verstehen und können?
  2. Wer weiß, versteht und kann es schon anwenden? Wer braucht weitere Unterstützung?
  3. Was kann ich für sie/ihn tun, um kontinuierliches Lernen und Fortschritt zu ermöglichen?

Survival Tipp II: Komponenten effektiver Differenzierung

Inhalt: Lehrpersonen können die Komplexität des Inhalts an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler anpassen. 

Prozess: Um die kognitiven Prozesse zu differenzieren können Tools wie zum Beispiel Bloom's Taxonomy verwendet werden. 

 

Survival Tipp III: Das Klassenklima

Um ein optimales Lernsetting zu schaffen, ist es wichtig, dass Lernende sich selbst und andere als Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten wahrnehmen, die miteinander arbeiten, um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. 

Survival Tipp IV: Die Beurteilung 

Der Prozess kontinuierlicher Weiterentwicklung kann nur dann gut begleitet werden, wenn schon zu Beginn eine Analyse des Könnens des Lernenden stattfindet. Je nachdem was das Ziel der Lerneinheit ist, sollte die Voranalyse basierend auf den Zielen passieren. Möchte man also inhaltlich differenzieren, sollte die Voranalyse auf inhaltliches Vorwissen abzielen. Unterschiedliche Tools können zur Voranalyse verwendet werden, wie zum Beispiel Mind Maps, Venn Diagramme, Tests am Ende einer Lerneinheit usw. Außerdem ist kontinuierliches Feedback über den Lernfortschritt von besonderer Bedeutung (Hattie, 2008). 

 Survival Tipp V: Effektive Strategien

Lehrpersonen können auch durch die Lehrmethoden, die sie verwenden, Differenzierung ermöglichen. Typische Tools der Begabungsförderung, wie offene Lernformen und Lerncontracts, können dazu beitragen. 

Was meint ihr dazu? Habt ihr Survival Tipps für's differenzierte Klassenzimmer? Hinterlasst uns einen Kommentar und teilt eure Erfahrungen mit der TIBI Community. 

 

Bis bald, wenn TIBI wieder bloggt. 

 

Literaturhinweis:

  • Teacher's Survival Guide: Differentiating Instruction in the Elementary Classroom. 2013. Tracy Ford Inman und Julia L. Roberts
  • Strategies for differentiating instruction: Best practices in the classroom. 2015. Tracy Ford Inman und Julia L. Roberts
  • Leading and Managing a Differentiated Classroom. 2010. Carol Ann Tomlinson und Marcia B. Imbeau
  • Visible Learning: A sythesis of over 800 meta-analyses relating to achievment. 2008. Hattie J. 

 

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Tracy Ford Inman, Associate Director of the Center of Gifted Studies at WKU Bowling Green, talks about her research, namely the differentiated classroom. Her Survival Guide explains what differentiation means and which survival tricks help create a differentiated classroom.

The term differentiation with its various defintions needs to be analyzed carefully. Inman states that differentiation is NOT:

  • individualized lesson plans
  • a set of strategies
  • a list of options
  • extra tasks

Differentiation according to her is much more a philosophy. It is demographically necessary, pedagogically found and empirically tested (Tomlinson & Imbeau, 2010, p.10)

"Differentiation is different with a purpose."

Survival Tipp I: What does differentiation mean?

In a differentiated classroom the teacher adapts the content, process and assessment to the needs, interests and abilities of the child. In order to allow for efficient differentiation one has to aks the following questions (Inman & Roberts, 2015, p.11):

  1. What do I want the students to know, understand and be able to do?
  2. Who already knows, understands and can do it? Who needs support?
  3. What can I do for them to support continuous learning and growth?

Survival Tipp II: Components of effective differentiation

Content: Teachers can adapt the complexity of the content to the students' needs.

Process: In order to differentiate cognitive processes teachers can use tools such as Bloom's taxonomy.

Survival Tipp III: Classroom atmosphere

In creating the optimal learn setting it is crucial that learners see themselves and others as individuals with different needs, interests and abilities. To continuously develop they need to cooperate with one another. 

Survival Tipp IV: Assessment

It is essential that from the start students abilities are assessed and monitored so that continuous growth can be supported accordingly. The analysis should be based on the goal of the learning session. This means that if the teacher wants to differentiate the content of a learning unit the analysis needs to focus on existing knowledge. Various tools can be used for this analysis such as mind maps, Venn diagrams or tests at the end of a teaching unit. Moreover, it is necessary to give students continuous feeback on their learning progress (Hattie, 2008).

Survival Tipp V: Effective Strategies

In using different teaching methods teachers can also create a differentiated classroom. Typical tools of gifted education such as open learning settings or learning contracts could be used. 

 

What do think about those survival tipps? Do you have your own survival tipps for the differentiated classroom? Leave a comment and share your experience with the TIBI community. 

See you soon when TIB blogs again.

References:

  • Teacher's Survival Guide: Differentiating Instruction in the Elementary Classroom. 2013. Tracy Ford Inman und Julia L. Roberts
  • Strategies for differentiating instruction: Best practices in the classroom. 2015. Tracy Ford Inman und Julia L. Roberts
  • Leading and Managing a Differentiated Classroom. 2010. Carol Ann Tomlinson und Marcia B. Imbeau
  • Visible Learning: A sythesis of over 800 meta-analyses relating to achievment. 2008. Hattie J. 

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